Mobilität & Vernetzung

Mobilität

Schwentinentals Mobilität wird vom Auto beherrscht. Als hätten die Stadtplaner seinerzeit das Rad noch nicht erfunden:  Ob im Ostseepark, auf dem Schulweg  oder ansonsten zwischen Buckeln und Schlaglöchern –  in Schwentinental riskiert man vielerorts auf zwei Rädern sein Leben. Autos haben Vorfahrt. Geschwindigkeitsbegrenzungen sind auf wichtigen Verkehrsadern kaum zu finden. Und auf der B 76 schneidet unablässig ein rasender und lärmender Verkehr Schwentinental durchs Herz. Wer die Stadt mit dem Zug erreicht, für den endet die Reise erst mal in Raisdorf. Dort findet er bisher weder Leihfahrräder noch eine Car-Sharing-Station.

Hier ist noch viel zu tun:  Die große Beteiligung an Schwentinentals Radverkehrs AG  sowie der Erfolg des Stadtradelns 2019 zeigen das in beeindruckender Weise. Die Ausweitung der Zonen mit einem Tempolimit 30 sowie häufige Geschwindigkeitsmessungen würden das Radfahren an vielen Stellen kostenlos sicherer machen. Schutzstreifen für Radfahrer, Verkehrsschilder mit freiwilligen Tempobegrenzungen, die Ausweisung von Fahrradstraßen sowie optische  Schwellen auf der Fahrbahn wären weitere Maßnahme, die die Stadt ohne erheblichen Kostenaufwand kurzfristig realisieren könnte. Bei Neubaugebieten sind  großzügige Fahrradwege von vorneherein mit einzuplanen.  Die Aufstelllung ausreichender Fahrradbügel vor allen öffentlichen Einrichtungen wäre ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Und dann gilt es Schritt für Schritt Radwege zu sanieren, verbreitern und neu zu bauen.  Mit der Mitgliedschaft bei Rad-SH und dem anstehenden Stadtentwicklungskonzept ist der richtige Weg eingeschlagen.

Natürlich braucht Schwentinental weiterhin auch eine gute Infrastruktur für den PKW-Verkehr. Für die Mobilität der Zukunft bedeutet das vor allem auch, dass Schwentinental seine Infrastruktur für Elektro-Ladesäulen flächendeckend ausbauen muss.  Auf der B76 wäre durch Geschwindigkeitsbegrenzungen (Tempo „70“) kostenloser Lärmschutz für Raisdorf, das gleiche gilt für die L52 in Klausdorf.  Warum soll der Durchgangsverkehr mitten in  Schwentinental richtig Gas geben können?  In Kiel ist mit der Raserei ohnehin Schluss. Was für Kiel Recht ist, darf Schwentinental nicht verwehrt bleiben!

Die Bahn sollte öfter und an verschiedenen Stellen in Schwentinental halten. Gut dass der Haltepunkt Ostseepark kurz vor der Realisierung steht. Perspektivisch ist  eine Anbindung beider Stadtteile unter Einbindung des Ostseeparks an die von der Stadt Kiel geplante Stadt-(Regional-) Bahn in Betracht zu ziehen.  Leihfahrräder und Car-Sharing sollten an zentralen Stellen zur Verfügung stehen. Eine bessere Vernetzung der beiden Ortsteile und des Ostseeparks über die bestehenden Buslinien der VKP hinaus wäre wünschenswert.

Der gesamte öffentliche Nahverkehr vom Leihrad bis zu Bahn und Bus braucht Förderung und Vernetzung!

Vernetzung digital

Ein leistungsfähiges Netz  ist  darüber hinaus aber auch Voraussetzungen für alle digitalen Wege. Kommunikation, Wissen, Einkauf, Service Beratung – wir sind mittendrin im Internet-Zeitalter. Auch unsere Wirtschaft ist ohne eine umfassende Breitbandversorgung nicht mehr wettbewerbsfähig.  Ein Masterplan für die flächendeckende moderne Digitalisierung Schwentinentals muss daher unverzüglich her – und würde von der Breitbandnetzagentur auch kostenfrei erstellt.